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Marc Cohns 1991er Debütalbum greift mit seinem urwüchsigen, akustischen Neo-Folk auf die anspruchsvolleren Rock- und Popklänge von Sängern und Songschreibern zurück, die vor 20 Jahren populär waren. Sein geschmeidiger, samtener Bariton und elegante, mit Klavier unterlegte Arrangements bilden den Rahmen für ausgezeichnet konzipierte Songs. Die Stücke sind voll von Popklängen und mindestens so komplex oder clever arrangiert, wie das überragende Lied des Albums "Walking In Memphis". Es ist ein Memorandum an große Musikgeschichte, gespickt mit Anspielungen auf Elvis, Al Green, Beale Street und Graceland, beschwingt durch ein dahin plätscherndes Klaviermotiv und fließende Gospelgesänge. Songs, die dem Album Tiefe, aber auch ein kommerzielles Standbein verleihen, sind das mitreißende und durch die Anspielung auf den Vater persönlich wirkende "Thunderbird", das meditative "Ghost Train", "Dig Down Deep", eine sexy Neufassung von Willie Dicksons "29 Ways" (das wiederum mit großer Wahrscheinlichkeit auch der Ursprung von Paul Simons gegensätzlichem "50 Ways to Leave Your Lover" war) und schließlich der leidenschaftliche Lovesong "True Companion". --Sam Surtherland |